Die Anfänge

1904 trafen sich einige Schwenninger Bürger in einem Gasthof „Zum Löwen“, heute Marktplatz 4, und gründeten den Schwimm- und Eisclub. Auslöser war ein tragisches Unglück: Vier junge Männer waren im Salinensee in Bad Dürrheim ertrunken – ein Schwimmverein sollte künftig für mehr Sicherheit sorgen. Schon damals entschieden die Gründer, auch den Eissport aufzunehmen. Der lange Winter in Schwenningen und das Interesse der Jugend machten diesen Schritt logisch.
Bald entstand an der Rottweiler Straße eine Eisbahn. Ab den 1920er-Jahren entwickelte sich Eishockey zum Publikumsmagneten. 1927 gab es die ersten Spiele gegen Titisee und Stuttgart, 1931–1936 wurde der Club ununterbrochen Südwestdeutscher Meister. Zweimal schaffte man es in die Vorrunde zur Deutschen Meisterschaft.
Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg

Da die Eisbahn im Krieg als Schrebergarten genutzt worden war, wich man vorübergehend in die Reithalle aus. In den 1950er-Jahren dominierte eine junge Mannschaft die Landesmeisterschaften, die Spiele lockten tausende Zuschauer an. 1947 kam Rollhockey als Sparte hinzu. Die Trennung mit dem Schwimmbereich wurde vollzogen – der SSC gegründet. 1950 erhielt der Club seinen heutigen Namen: Schwenninger Eis- und Rollsportclub 04 e.V. (SERC).
Ende der 1950er-Jahre drohte das Aus: Durch Kanalbau sank der Grundwasserspiegel, Natureis war kaum noch möglich. Erst die Gründung eines Kunsteisbahn-Fördervereins 1964 rettete den Club. Im Dezember desselben Jahres ging die neue (noch offene) Kunsteisbahn in Betrieb. Mit frischem Elan und neuen Trainern kehrte der Erfolg zurück.
Aufstieg in die Bundesliga

Der Gemeinderat gab 1970 grünes Licht für eine Überdachung – rechtzeitig zum Aufstieg in die Oberliga. Mit Trainer Peter Ustorf gelang 1979 der Sprung in die 2. Bundesliga, 1981 sogar in die 1. Bundesliga. Dort etablierte sich der SERC gegen alle Erwartungen und hielt sich bis 2003 in der höchsten Spielklasse.
Die erfolgreichste Saison war 1989/90 mit dem Einzug ins Halbfinale gegen die DEG. Finanzielle Vorsicht führte 1993 zwar zum sportlichen Abstieg, aber durch den Lizenzentzug für Freiburg blieb der SERC erstklassig.
Die Wild Wings in der DEL

1994 wurde aus der Bundesliga die Deutsche Eishockey Liga (DEL) – und aus dem SERC die Schwenninger Wild Wings. Die Lizenzerteilung war problemlos, die Kunsteisbahn wurde ausgebaut und um ein Curling-Leistungszentrum erweitert.
2000 geriet der Club in finanzielle Schieflage. Eine bundesweit beachtete Spendenaktion der Fans und der Region rettete zunächst den Spielbetrieb, doch 2003 folgte die Insolvenz. Dank eines Insolvenzplans spielte der SERC ab 2003/04 in der 2. Bundesliga weiter.
Nachwuchsarbeit als Stärke

Der SERC gilt seit Jahrzehnten als Vorbild in der Jugendarbeit. Gut ausgebildete Trainer, moderne Trainingsbedingungen und internationale Turniererfahrung sorgen dafür, dass immer wieder Talente den Sprung in Nationalmannschaften und ins Profi-Team schaffen.
Weitere Eindrücke


„auf dünnem Eis“ – Film & Podcast
Zum 100-jährigen Vereinsjubiläum 2004 entstand der Dokumentarfilm „auf dünnem Eis“, der in 100 Minuten die Club- und Stadtgeschichte erzählt. Aktuell ist der Film käuflich nicht mehr zu erwerben. Nähere Infos dazu gibt es hier: http://100jahre-derfilm.de/projekt0404/
Seit März 2023 führen die beiden Filmemacher diese Arbeit im Podcast „auf dünnem Eis – verjährt und unerzählt“ fort, der etwa zweimal im Monat erscheint.
Mehr Infos: aufduennemeis.de
Podcast bei Spotify: Hier anhören
